Geschichte des Museums

   


Vom Museum mit regionalem Schwerpunkt zur international anerkannten Institution

 

 

 

Den Kern des Kunstmuseums Thurgau bildet die Kunstsammlung des Kantons Thurgau. Seit 1942 besteht ein kantonaler Kunstkredit, der in mehreren Schritten erweitert wurde. Die wachsenden Bestände dienten zuerst dem Schmuck von Amtsstuben. Wichtige Werke wurden bald im Sitzungsaal des Regierungsgebäudes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

1973 erhielt die Thurgauische Kunstsammlung ein erstes, provisorisches Ausstellungsgebäude in der Villa Sonnenberg in Frauenfeld, wobei die Sammlungsbestände durch die Ausstellungstätigkeit oft ins Depot verdrängt wurden. Erst zehn Jahre später konnten in der Kartause Ittingen definitiv moderne Museumsräume bezogen werden, in denen dauernd eine breitere Präsentation der Sammlung möglich wurde.

Mit der Eröffnung des „Kunsthauses“ in Frauenfeld ging 1973 die Anstellung von Heinrich Ammann als Konservator zur Betreuung und Vermittlung der Sammlung einher. Mit Heinrich Ammann begann auch ein regelmässiges Ausstellungsprogramm, wobei er schwerpunktmässig monografische Ausstellungen der wichtigen Künstler der Region zeigte. Im Zentrum der Aufmerksamkeit während dieser pionierhaften Museumszeit standen Ausstellungen mit Werken von Adolf Dietrich oder Hans Brühlmann.

Mit dem Umzug des Museums in die Kartause Ittingen 1983 standen die räumlichen Möglichkeiten zur Verfügung, um einerseits einen repräsentativen Einblick in die Sammlung zu geben und ein breiteres Ausstellungsprogramm zu lancieren. Die Nachfolgerin von Heinrich Ammann, Lucie Grossmann, skizzierte in ihrer zehnjährigen Ausstellungstätigkeit eine Museumspolitik, die die Auseinandersetzung mit den Künstlerinnen und Künstlern der Region ebenso einschloss wie eine vertiefte Auseinandersetzung mit der international verankerten Bewegung der Naiven oder aber der Präsentation von zeitgenössischen Positionen. Mit der Retrospektive der in Kreuzlingen aufgewachsenen Helen Dahm, der thematischen Ausstellung "Von Angesicht zu Angesicht. Das Bildnis in der naiven Kunst" oder aber mit Ausstellungen von international bekannten Einzelpositionen wie Gloria Friedmann oder Roman Signer legte sie die Grundlage für die aktuelle Ausstellungspolitik des Kunstmuseums.

Im Museumsleitbild 1993 wurde auch die strikte Beschränkung auf in der Region wohnhafte Künstlerinnen und Künstler aufgegeben. Seither zeigt das Kunstmuseum Thurgau immer wieder Ausstellungen und Installationen international bekannter Künstlerinnen und Künstler, wobei das Gezeigte immer einen engen Bezug zum Ort aufweist. Im Kunstmuseum Thurgau wird gezeigt, was an diesem besonderen Ort auf Grund der besonderen räumlichen und stimmungsmässigen Voraussetzungen eine besondere Wirkung entfalten lässt.

 

Katalog der Ausstellung "Von Angesicht zu Angesicht. Das Bildnis in der naiven Kunst", 1988.