Laufende und zukünftige Ausstellungen

MudaParadies Muda Mathis / Sus Zwick: Das Paradies © Kunstmuseum Thurgau Zilla Leutenegger Scala klein Zilla Leutenegger, Scala, Videoprojektion im Grossen Ausstellungskeller, 2008,© Kunstmuseum Thurgau Tropfdetail Roman Signer: Tropf, © Kunstmuseum Thurgau, Fotografie Stefan Rohner RonTemperli_3 Ron Temperli: Alltag, © Kunstmuseum Thurgau Fricker7 H.R.Fricker: Orte Schrank, 1999 © Kunstmuseum Thurgau
15. September 2013 – 23. März 2014

Konstellation 6. Begriffe - Räume - Prozesse

Seit der Eröffnung des Kunstmuseums Thurgau in der Kartause Ittingen 1983 hat sich die Kunst radikal verändert. Neue Medien und veränderte Vorstellungen der Künstlerinnen und Künstler von den Möglichkeiten der Kunst führten zu neuen künstlerischen Strategien und Ausdrucksformen. An Stelle von Pinsel und Leinwand traten Video und Fotografie. Erzählerische Inhalte wurden ersetzt durch Konzepte. Das ehemals unveränderliche Werk verwandelte sich in Prozesse und Ideen.
Die Ausstellung „Konstellation 6. Begriffe, Räume, Prozesse“ lässt mit teilweise grossräumigen Werken diese Veränderung im wahrsten Sinn des Worts erleben.

Mitte der Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts erschütterte eine wahre Revolution die Kunst.Neben der Auseinandersetzung mit der Kunst der Region beschäftigte sich das Kunstmuseum Thurgau bald nach der Eröffnung der Räume in der Kartause Ittingen 1983 intensiv mit solchen neuen Ausdrucksformen. Eine der ersten Ausstellungen im neuen Haus war Roman Signer gewidmet. Es folgten Ausstellungen mit wahrhaft revolutionären Positionen etwa von Joseph Beuys oder Installationen von Marina Abramovic, Jenny Holzer, stöckerselig, Muda Mathis. Die intensive Beschäftigung mit progressiven Tendenzen der Kunst schlug sich auch in der Sammlungstätigkeit nieder, so dass das Museum heute im Besitz wichtiger Werke von namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Joseph Kosuth, Janet Cardiff, Christoph Rütimann oder Mark Staff Brandl ist.

Die Ausstellung „Konstellation 6“ inszeniert Werke von über 30 Künstlerinnen und Künstlern über die gesamte Klosteranlage. Begrüsst wird das Publikum schon auf dem Weg vom Parkplatz ins Kloster von Hemauer und Kellers singendem Tannenbaum. In der Mönchszelle des Ittinger Museums irritieren die holzgeschnitzten Alltagsgegenstände von Ron Temperli die sorgfältig eingerichtete Inszenierung vergangenen Lebens, und Janet Cardiffs „Ittingen Walk“ führt Neugierige an Orte im Museum, an die sie normalerweise kaum je gelangen würden. Auch Jenny Holzers Steinbänke mit den Lustmord-Texten im Prioratsgarten sind noch immer ein Geheimtipp, der zu einer Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst an einem unkonventionellen Ort verführt.

In anderen Werken manifestieren sich interaktive Prozesse. Dazu gehören der Internationale Dorfladen von Myvillages.org ebenso wie die Bodenseekarte von Jochen Gerz oder die Möbelskulptur, mit der Christine und Irene Hohenbüchler ihr Projekt „Wilde Gärten“ dokumentierten. Der Gang durch die Ausstellung erweist sich als eine lustvolle Entdeckungsreise, in der sich das Publikum immer wieder mit der Frage konfrontiert sieht, wie denn nun dieses oder jenes Kunstwerk richtig zu „benutzen“ sei.


Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Marina Abramovic, Esther van der Bie, Dieter Berke, Mark Staff Brandl, Karolin Bräg, Hannes Brunner, Janet Cardiff, Com&Com, Roland Dostal, Reto Emch, H.R. Fricker, Rainer Ganahl, Johannes Gees, Markus und Christoph Getzner, Jochen Gerz, Hervé Graumann, Hemauer / Keller, Jenny Holzer, Christine und Irene Hohenbüchler, Peter Kamm, Joseph Kosuth, Ute Klein, Kühne / Klein, Zilla Leutenegger, Muda Mathis / Sus Zwick, Harald F. Müller, myvillages.org, Marylène Negro, Olaf Nicolai, RELAX, Paul Ritter, Rutishauser / Kuhn, Christoph Rütimann, Arthur Schneiter, Roman Signer, stöckerselig, Bernhard Tagwerker, Paul Talman, Ron Temperli, Ernst Thoma, Christa Ziegler.

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